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Bei Jakob Lena Knebl und Hans Ashley Scheirl, 2019, Aquarell und Tusche auf Bütten,neunteilig, 460x285cm

Künstlerstatement


Der Besuch meines Ateliers bedeutet auch einen Eintritt in die Welten anderer KünstlerInnen. Die Installation meiner Bilder, die andere Orte kreativen Schaffens darstellen, erweitert den eigenen Arbeitsraum um neue Perspektiven und Atmosphären. Eine Wand ist vollständig bedeckt mit einem neunteiligen Aquarell (290x460cm), welches das Atelier von Jakob Lena Knebl und Hans Ashley Scheirl zeigt. Die lebensgroß gemalte Couch, ein Lieblingsstück der beiden KünstlerInnen, lädt ein, Platz zu nehmen und ins Gespräch zu kommen, als säßen die beiden noch dort, als ich sie ein Jahr zuvor beim Open Studio Day in ihrem Praterbildhaueratelier besucht hatte.

Diese Arbeit gehört zur Serie der Künstlerportraits PORTRAIT: ATELIER, ein work in progress. Es sind Aquarelle unterschiedlichen Formats, stille Portraits von Bildenden KünstlerInnern, Schauspielern, Komponisten, Schriftstellern, Filmemachern wie Peter Kubelka, Ludwig Wüst, Stephanie Winter, Daniel Spoerri, Eva Schlegel, Franzobel u.v.a. ohne deren figürliche Präsenz. Die jeweiligen persönlichen Lebens- und Arbeitsphilosophien, die unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen und individuell gelebten Räume mit ihrer besonderen Atmosphäre und ihren beseelten Objekten spiegeln sich in meinen Arbeiten wider. Sie dokumentieren die gemeinsame Zeitgenossenschaffenheit und ein dahinterliegendes biografisches Netzwerk.

Der Dialog mit den KünstlerkollegInnen beginnt bei meinem Besuch: sei es im Atelier, im Theater oder am Drehort für einen Film, an jenem magischen Ort also, an dem Inspiration entsteht, wird für Wochen oder Monate weitergeführt auf dem Papier und endet im besten Fall beim gemeinsamen Betrachten meines beendeten Bildes. Die unterschiedlichsten Wahrnehmungen kommen im Mikrokosmos eines Ateliers zur Reflexion und Entfaltung, zur Transformation in neue Gedanken und Ideen und zeigen eine ganz persönliche Sicht auf die Welt.