PORTRAIT: ATELIER


(...) Es sind eben nicht klassische Aquarelle, sondern die flüchtigen Oberflächen, bei denen die Personen der Handlung ausgespart bleiben. Es sind Dokumente von tiefer liegenden Verbindungen, die der Künstlerin wesentlich sind. In diesem Netzwerk, in dieser Kooperation und in der Entscheidung mit einem klassischen Medium ganz aktuell zu sein, liegt zum Teil ihre biografische, vor allem aber ihre ästhetische Bedeutung(...)
Peter Weiermair

(...) In ihrer Grundidee sollte das Künstleratelier den Rahmen ihrer Arbeit bilden, wie in einem chinesischen Schachspiel, das aus unterschiedlichen Atmosphären und Weltanschauungen besteht, die durch die besondere Chiffrierung und Wahrnehmung, die die Künstlerin von ihnen gewonnen hat, miteinander verbunden sind (...)
Eleonora di Erasmo, Rom



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Kurt Schwertsik, 2019, Aquarell und Tusche auf Papier, 104x154cm

Kurt Schwertsik ließ sich lange Zeit für meinen Besuch, obwohl wir uns gar nicht kannten. Er führte mich durch sein dreistöckiges barockes Haus in Penzing und zeigte mir Hunderte von Bildern und Objekten aus seiner persönlichen Kunstsammlung, zu dem er jeweils eine Geschichte zu erzählen wusste. Er ginge jeden Tag drei Stunden durchs Haus und denke dabei über seine Musik nach, erklärte er mir, bevor er im Wintergarten innehält und seine kompositorischen Ideen niederschreibt.


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Franzobel, 2018, Aquarell auf Bütten, 154x104cm

DIE ROTE WAND
Anke Armandi / Franzobel
Franzobel liest vor seinem Porträt von Anke Armandi
Einführende Worte: Maria Christine Holter (Kunsthistorikerin)
Künstlerhaus 1050 im November 2018
https://www.k-haus.at/de/kuenstlerhaus/aktuell/veranstaltung/749/die-rote-wand-anke-armandi-franzobel.html



Franzobel Franzobel
Foto links:
Aus:
FUNKENFLUG 8-Geschichtskonstruktion/en
kuratiert von Maria Christine Holter
Lesung mit anschl.Gespräch:
Franzobel: Das Floß der Medusa, Zsolnay 2017
Günther Oberhollenzer (Kurator der Ausstellung)
Andere Geschichte/n und Franzobel (Schriftsteller) im Gespräch.
Moderation: Maria Christine Holter
Foto rechts:
DIE ROTE WAND,
November 2018
Lesung: Franzobel Rechtswalzer, Zsolnay 2019

Im Rahmen der Ausstellung Andere Geschichte/n im Künstlerhaus Wien, kuratiert von Günther Oberhollenzer und der Veranstaltungsreihe FUNKENFLUG 8, kuratiert von Maria Christine Holter, las der österreichische Schriftsteller Franzobel im September 2017 aus seinem Buch Das Floß der Medusa. Die packende Erzählung über die dramatischen Ereignisse des im Meer dahin treibenden Floßes und ihrer verzweifelten Schiffsbrüchigen im Jahr 1816 korrelierte dabei zufällig und nicht ohne Prise Ironie mit der Darstellung der geschliffenen Messer meines Bildes zu Peter Kubelkas Küche, vor dem Franzobel saß. Ein Jahr später las Franzobel im November 2018 wiederum im Künstlerhaus. Ich hatte den Schriftsteller inzwischen am Ort seines Schaffens, seinem Bett besucht, wo er seine zahlreichen Romane, Erzählungen und Theaterstücke schreibt. Aus dieser Begegnung hatte ich ein Portrait von Franzobel gemalt, vor dem der bekannte Literat aus seinem kurz danach erschienenen Kriminalroman Rechtswalzer bei der Veranstaltungsreihe DIE ROTE WAND vor Publikum las. Vor der Lesung fand ein KünstlerInnengespräch zusammen mit Franzobel statt, moderiert von Kunsthistorikerin Maria Christine Holter.

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Franzobel und Anke Armandi.
Moderation: Maria Christine Holter



Andere Geschichte(n)
Ausstellung
https://www.k-haus.at/de/ausstellung/329/andere-geschichte-n.html
Künstlerhaus 1050
15. September 2017 bis 3. Februar 2018
kuratiert von Günther Oberhollenzer

Was für Geschichten erzählt die Kunst? Nach Niklas Luhmanns Systemtheorie soll Kunst das "Unbeobachtbare beobachtbar machen", sie erzeuge eine "zweite Realität", die es ermögliche, die Realität aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Kunst kann, Luhmann zufolge, damit niemals nur Beobachtung oder Repräsentation der Welt leisten, sondern muss vielmehr zur Herstellung von Distanz und Reflexivität beitragen. Das kann Kunst auch dadurch, dass sie eine andere Welt und Realität erschafft, eine andere Geschichte erzählt.

Die in der Gruppenausstellung "Andere Geschichte(n)" vertretenen KünstlerInnen erzählen ganz unterschiedliche Geschichten, sie hinterfragen gewohnte Bilder und offenbaren neue, überraschende Blickwinkel: Geschichten über die Subjektivität der Wahrnehmung von Raum, Natur (insbesondere der Berge) und Welt treffen auf Bilder des Erinnerns, auf persönliche Fundstücke und Erlebnisse oder auch auf Erzählungen über das Scheitern und Weitermachen (...)

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Klaus Maria Brandauer spielt King Lear (1) 2017, 104 x 154 cm, Aquarell auf Papier (Foto: Lucas Dostal)

Klaus Maria Brandauer lud mich ein, eine Stunde vor der Aufführung des King Lear seine Garderobe im Burgtheater zu besuchen, bevor er geschminkt wurde und sich auf die Rolle vorbereitete. Ich atmete sofort die Geschichte dieses Raumes ein: der alte, knarzige Fischgrätboden, Fotografien von großen, verstorbenen Schaupielern an der Wand, der rote, abgenützte, samtige Sessel (...). Alle Requisten für die Aufführung lagen akkurat an ihrem Platz: die Krone King Lears, seine Stiefel, sein Mantel. (...)



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Peter Kubelka (1) 2017, 104 x 154 cm, Aquarell auf Papier


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Peter Kubelka (2) 2009, 76 x 56 cm, Aquarell auf Papier


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Peter Kubelka (3) 2009, 76 x 56 cm, Aquarell auf Papier (Privatsammlung)


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Hermann Nitsch 2017, 154 x 104 cm, Aquarell auf Papier


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Eva Schlegel (1) 2014, 90 x 130 cm, Aquarell auf Papier


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Eva Schlegel (2) 2014, 90 x 130 cm, Aquarell auf Papier


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Leander Kaiser 2012, 48,7 x 61 cm, Aquarell auf Papier (Privatsammlung)


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Christy Astuy 2013, 49 x 58 cm, Aquarell auf Papier


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Andrew Mezvinsky 2012, 46,5 x 59 cm, Aquarell auf Papier (Privatsammlung)


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Esther Stocker 2008, 49,9 x 58,4 cm, Aquarell auf Papier


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Astrid Bechtold 2008, 49,3 x 58,5 cm, Aquarell auf Papier


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Tillman Kaiser 2008, 49,9 x 58,3 cm, Aquarell auf Papier (Privatsammlung)


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Karin Frank 2008, 49,8 x 58,3 cm, Aquarell auf Papier


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Ludwig Wüst 2008, 49,9 x 58,3 cm, Aquarell auf Papier (Privatsammlung)